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19. Hessisch-thüringischer Geriatrietag / 25 Jahre Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda

- Herausforderungen der Zukunft in der Geriatrie -

Die Geriatrie ist eine wichtige Fachabteilung, die von anderen Fachdisziplinen genutzt wird, um älteren, vielfach erkrankten Menschen die bestmögliche Weiterbehandlung und Versorgung zuteilwerden zu lassen.

Unter dem Motto ‚Herausforderungen der Zukunft in der Geriatrie' wurde deshalb der 19. Hessisch-thüringische Geriatrietag im Rahmen des 25-jährigen Bestehens der Geriatrie und als Mitglied im Landesverband Geriatrie Hessen-Thüringen e.V. durch die Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda gGmbH veranstaltet. In einem vielseitigen Programm aus Vorträgen und Workshops wurde nicht nur die Vergangenheit und die Zukunft in den Blick genommen, sondern ebenfalls über aktuelle Zustände im Gesundheitswesen gesprochen: Bundesweit erhöhter Fachkräftemangel, Mindestmengen-Regelungen von Krankenhausleistungen, Grenzverweildauern, geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlungen und die Prüfung des Versorgungsauftrages für Geriatrie, die als bislang eigenständige Fachabteilung nun dem Fachgebiet der Inneren Medizin angegliedert werden soll.

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„Die Unternehmung intensiver Anstrengungen für den Fortbestand geriatrischer Fachkliniken sind wichtig, damit ältere, multimorbide Patienten weiterhin ganzheitlich medizinisch auf hohem Niveau versorgt werden können und dies wohnortnah in der Region", so  Michael Sammet, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda und St.-Vinzenz-Krankenhauses Hanau, in seiner Ansprache.  Erfreulich begingen die über 100 Gäste des Symposiums unter anderem 25 Jahre Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, wobei sowohl Michael Sammet als auch dortiger Chefarzt der Geriatrischen Inneren Medizin und Rheumatologie, Dr. med. Martin Klek, hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Die Teilnehmer aus Kliniken, Pflege- und Therapieeinrichtungen sowie niedergelassenen Arztpraxen stimmten am Samstag, dem 16. Juni 2018 im Morgensternhaus Fulda während des kollegialen Austausches überein, dass das Ziel der Geriatrie die bestmögliche Wiederherstellung der Selbstständigkeit der Patienten höheren Alters ist und bleibt, welche nahezu nur in speziellen Einrichtungen durch professionelle Fürsorge erfolgen kann.

Ziel der Geriatrie ist die Rehabilitation älterer, vielfach erkrankter Menschen zur größtmöglichen Selbstständigkeit

Die Entwicklung der Geriatrie am Beispiel des 25-jährigen Bestehens der Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda wurde durch Dr. med. Markus Schmidt (Chefarzt der Geriatrie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen) mit abwechslungsreichen  Impressionen beleuchtet. Von nur einer geriatrischen Station zu Beginn baute sich das Krankenhaus weiter aus mit nun drei geriatrischen Stationen und Hessens größter geriatrischen Tagesklinik. Damals noch in einer Findungsphase zwischen wissenschaftlicher Diagnostik multimorbider Krankheitsbilder und der Einfühlung in das Befinden geriatrischer, rheumaerkrankter Patienten, dient heutzutage die Geriatrie als Paradebeispiel. Dies vor allem durch die multiprofessionelle Kooperation zwischen Ärzten, Pflege, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, dem Sozialdienst sowie der Seelsorge die auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um den Bedürfnissen multipel erkrankter Menschen zur Verbesserung ihres Wohlbefindens  Rechnung zu tragen.

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Optimistisch betonte Privat-Dozent Dr. med. Mathias Pfisterer, Vorstand des Landesverbandes Geriatrie Hessen-Thüringen e.V. und Chefarzt der geriatrischen Klinik sowie des Zentrums für Palliativmedizin am Agaplesion Elisabethenstift in Darmstadt, die Bedeutung künftiger fachdisziplinärer Überbrückungen ohne sektorale Trennung von stationären und ambulanten Programmen. „Und der Bedarf an interprofessionellen Therapiekonzepten mit wertschätzender Behandlung, die den Menschen in den Mittelpunkt der modernen Medizin stellen, wird weiterwachsen", führt Dr. med. Martin Klek in seinen demografischen Darstellungen aus. Mit einem eigens verfassten „Geriatrie-Lied", wurde dies locker, aber prägnant zur Begeisterung der anwesenden Zuhörer dargelegt: „Vergessen sie nie, die Geriatrie, ist heut für die Alten und morgen für sie".

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Wie man den Herausforderungen der Altersmedizin erfolgreich entgegentreten kann, wurde anschließend in den ausgewählten wissenschaftlichen Vorträgen und Fortbildungskursen erörtert. Privat-Dozent Dr. med. Andreas Bastian (Chefarzt der medizinischen Klinik und Pneumologie am Marienkrankenhaus Kassel) referierte über chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD) im Alter und Dr. med. Armin Heils (leitender Oberarzt der Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) sprach über die Schwierigkeit multiresistenter Erreger sowie die rationale Antibiotikatherapie. Sowohl anschaulich wie praxisnah stellte Dr. med. Jascha Wiechelt (Chefarzt der Geriatrie aus dem Otto-Fricke-Krankenhaus Paulinenberg Bad Schwalbach) die Problematik einer Multimedikation im Alter dar. Darüber hinaus verfolgten die Teilnehmer aufmerksam die Vorstellung des aktivierend therapeutischen Pflegekonzeptes in der Geriatrie durch Friedhilde Bartels und das bedeutsame Thema der Mangelernährung im Alter, das von Prof. Dr. med. Daniel Jaspersen geschildert wurde. Diese inhaltliche Bandbreite wurde vom interessierten Fachpublikum sehr gut angenommen.

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In den zu den Vorträgen einhergehenden angebotenen Workshops tauschten sich Pflegekräfte, niedergelassene Ärzte und Therapeuten offen miteinander zu Themen der Gelenksonografie und -intervention, der Diagnostik und des Managements von Schluckstörungen sowie dem Altern zwischen Religion und Kultur aus. Die Referenten des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda Dirk Hoffmann (Oberarzt der Geriatrischen Inneren Medizin und Rheumatologie) und Aaroun Schabel (Psychologe der Geriatrischen Inneren Medizin und Rheumatologie), Pascal Schumacher (Logopäde bei Pusteblume Therapiehaus Fulda), Christina Schüler (Physiotherapeutin und Leitung des Therapiezentrums am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) sowie Friedhilde Bartels stellten sich mit ihrem Fachwissen den unterschiedlichen Fragestellungen der wissbegierigen Teilnehmer und beantworteten diese gerne auch im persönlichen Austausch an diesem Tage.

Die Zusammenkunft von Vertreter aller Berufsgruppen des geriatrischen Teams aus über 40 geriatrischen Kliniken Hessens und Thüringens  sowie zahlreiche positive Kommentare der Besucher bestätigten einen gelungenen 19. Geriatrietag in Fulda.

Im Sinne des Geriatrietag-Mottos ‚Herausforderungen der Zukunft in der Geriatrie'" wollen sich sowohl der Landesverband Hessen-Thüringen e.V. wie die Geriatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda auch zukünftig für die Verbesserung der Alltagsselbständigkeit und Lebensqualität älterer, mehrfach erkrankter Menschen im teilstationären sowie vollstationären Bereich einsetzen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.herz-jesu-krankenhaus.de und www.bv-geriatrie.de/verband/landesverbaende/hessen-thueringen.


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