Neue Allianz sichert nachhaltig ambulante Versorgung: Eröffnung des gemeinsamen MVZs VITA² für die Gesundheitsversorgung in der Region

Startseite » Neue Allianz sichert nachhaltig ambulante Versorgung: Eröffnung des gemeinsamen MVZs VITA² für die Gesundheitsversorgung in der Region
v.l.: Das Praxisteam von VITA² MVZ Flieden mit den beiden Geschäftsführern Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel (Klinikum Fulda) und  Michael Sammet (Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda)

 

VITA² gGmbH: Das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda und das Klinikum Fulda bündeln ihre Kräfte in einem innovativen Modell mit Signalwirkung.

Eine verlässliche medizinische Versorgung ist weit mehr als eine gesundheitspolitische Aufgabe. Sie schafft Sicherheit, Vertrauen und Lebensqualität für die Menschen. Angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und dem altersbedingten Rückgang niedergelassener Arztpraxen gilt es die Gesundheitsversorgung vor Ort neu zu denken, um sie verlässlich zu sichern.

Mit diesem Ziel vereinen das Klinikum Fulda und das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda ihre Kräfte und gründen das gemeinsame Medizinische Versorgungszentrum (MVZ): VITA² gGmbH. Das MVZ wird als gemeinnützige GmbH geführt, an der beide Parteien jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Schulterschluss mit Vorbildcharakter: Medizinische Versorgung zukunftsfähig sichern

Die neue Gesellschaft setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der ambulanten, hausärztlichen Versorgung in der Region, die wohnortnah den Menschen in Stadt und Landkreis langfristig zugutekommt. Dieses Modell zweier Kliniken über Trägergrenzen hinweg zur hausärztlichen Versorgung ist in Hessen bislang einzigartig mit Vorbildcharakter. Darüber hinaus steht der Zusammenschluss für Verantwortung, Zusammenarbeit und einer Weitsicht der Gesundheitsversorgung. Ein klares Signal für die Patienten, dass die medizinische Versorgung auch weiterhin gewährleistet ist.

„Als jemand, der in der Region, in Flieden selbst verwurzelt ist, liegt mir die medizinische Versorgung unserer Heimatregion besonders am Herzen. Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, gemeinsam eine Lösung auf den Weg zu bringen, um die medizinische Versorgung vor Ort für die Menschen dauerhaft zu sichern“, erklärt Geschäftsführer Michael Sammet des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda. „Bewusst schaffen wir mit dem MVZ, Strukturen für die ambulante Versorgung, die auch morgen noch tragen, auf die wir aufbauen können, denn die Menschen sollen auch weiter darauf vertrauen können, dass sie wohnortnah und verlässlich medizinisch betreut werden. Das Projekt ist daher für mich viel mehr als eine rein strukturelle Entscheidung.“

„Viele Hausärzte finden keine Nachfolge. Genau da setzen wir mit unserer neuen Allianz an. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, nicht in Konkurrenz zu den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, sondern in enger Kooperation mit ihnen“, sagt Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstand des Klinikums Fulda.

Offizielle Eröffnung am 01.Juli 2026: Direkter Start der hausärztlichen Versorgung am Standort Flieden

Der Start erfolgt mit zwei hausärztlichen Sitzen aus dem Landkreis Fulda am Standort VITA² MVZ Flieden. Perspektivisch könnte das dezentrale Angebot weiterwachsen, da bereits weitere Interessenbekundungen von niedergelassenen Ärzten zur Übertragung ihrer Zulassung vorliegen, ihre Praxen in die neue Struktur zu integrieren.

Die offizielle Eröffnung und Einweihung am 22.Juni 2026 mit Gästen aus dem Gesundheitswesen, der Politik und Region markierten den sichtbaren Beginn der ambulanten und hausärztlichen Betreuung in Flieden in neuer Form.

Innovatives MVZ-Modell setzt Maßstäbe: Leuchtturmprojekt für die ambulante Versorgung mit Perspektiven

Dr. Menzel betont die besondere Bedeutung der Kooperation: „Dass ein kommunales und ein freigemeinnütziges Haus gemeinsam für die hausärztliche Versorgung Verantwortung übernehmen, ist in dieser Form in Hessen etwas Besonderes. Das Modell könnte ein echter Leuchtturm für andere Regionen mit den gleichen Herausforderungen werden und ein Bekenntnis für Versorgungssicherheit.“

Die Initiative reagiert auf spürbare Veränderungen im Gesundheitswesen. Viele niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, während gleichzeitig die Zahl der Nachfolger sinkt, erläutern die beiden MVZ-Geschäftsführer Sammet und Menzel. „Mit der neuen Gesellschaft VITA² (Vita hochzwei) sind die Voraussetzungen geschaffen, bei Bedarf ausgewählte Praxen zu übernehmen, wenn keine Nachfolgelösung gefunden wird und diese im Sinne einer wohnortnahen Versorgung fortzuführen.

Es geht darum bestehende Strukturen zu erhalten und parallel neue Perspektiven für junge Medizinerinnen und Mediziner zu schaffen. Die Einbindung in eine größere Organisation soll die ambulante, hausärztliche Tätigkeit attraktiver machen. Die Ärztinnen und Ärzte werden von bürokratischen Aufgaben entlastet und erhalten mehr Zeit sowie Raum für das, worauf es ankommt in ihrer eigentlichen Aufgabe: die Behandlung und Begleitung ihrer Patientinnen und Patienten.

v.l.: Michael Wilhelm, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel (beide Vorstand Klinikum Fulda), Dr. med. Jutta Gloss (Fachärztin für Allgemeinmedizin), Landtagsabgeordneter Sebastian Müller, Doris Funk (Allgemeinmedizinerin), Michael Sammet (Geschäftsführer Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) Christopher Gärtner (Bürgermeister Flieden) und Torsten Leinweber (Vorstand Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG).

 

In der Fliedener Praxis werden die bereits langjährig tätigen Ärztinnen Frau Dr. med. Jutta Gloss – künftig in der Funktion der Ärztlichen Leitung – und Frau Doris Funk ihre Tätigkeit fortsetzen und den Übergang in die neuen Strukturen begleiten. Auch das Team der Medizinischen Fachangestellten bleibt weiterhin in der Praxis tätig.

Versorgungssicherheit für Stadt und Landkreis Fulda

Auch aus kommunaler Sicht wird die neue Einheit ausdrücklich begrüßt. „Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung ist eine zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge“, sagt Dr. Heiko Wingenfeld als Oberbürgermeister der Stadt Fulda. „Dass sich zwei starke Gesundheitspartner zusammenschließen und handeln, bevor eine Versorgungslücke in der medizinischen Betreuung entsteht, ist ein wichtiges und ermutigendes Zeichen für unsere Region.“

Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Nach der gesellschaftsrechtlichen Gründung des gemeinschaftlichen MVZ durch Klinikum und Herz-Jesu-Krankenhaus ist die Eröffnung der Praxis in Flieden ein weiterer Meilenstein. Er sichert hausärztliche Versorgung und damit das Fundament des Gesundheitssystems – wohnortnah, persönlich und koordinierend. Bei all den Herausforderungen der gesundheitlichen Versorgung in der Zukunft übernehmen das Herz-Jesu-Krankenhaus und das Klinikum hier Verantwortung für die ganze Region.“

Genau das ist die zentrale Botschaft des MVZs VITA²: Am Ende geht es um die Menschen in der Region. Patienten sollen ebenso künftig darauf zählen können, auch morgen zuverlässige, medizinische Hilfe auf hohem Niveau, persönliche Ansprechpartner in Gesundheitsfragen und eine wohnortnahe Versorgung zu erhalten.

v.l.: Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Michael Wilhelm (beide Vorstand Klinikum Fulda), Doris Funk (Allgemeinmedizinerin), Dr. med. Jutta Gloss (Fachärztin für Allgemeinmedizin), Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt und Michael Sammet (Geschäftsführer Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda).