Alterstraumatologie

Herzlich Willkommen!

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

in einer Traumatologie werden grundsätzlich Knochenbrüche behandelt und zwar sowohl operativ als auch konservativ, also ohne Operation. In der Alterstraumatologie hingegen werden jedoch speziell ältere Patienten behandelt, die einen Knochenbruch erlitten haben.

Durch unsere enge interdisziplinäre Kooperation von den Fachabteilungen der Geriatrie und Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des Krankenhauses können wir gerade älteren Generationen mit spezifischen (Vor-)Erkrankungen, Verletzungen sowie komplexen Krankheitsbildern, also einer „Multimorbidität“, eine individuell angepasste Versorgung zuteilwerden lassen. So arbeiten in unserer Alterstraumatologie Unfallchirurgen, Geriater, Pflegekräfte und Krankengymnasten gemeinsam daran, alten Menschen über die schwere Zeit nach einem Knochenbruch hinwegzuhelfen und ihnen die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen.

Unser Ansatzpunkt dabei ist die Gründe für die Verletzungen zu erkennen und dort, wo diese auftreten, zu beseitigen mit dem Ziel, die bisherige Selbstständigkeit wiederherzustellen.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team der Alterstraumatologie

Besondere Anforderungen in der Behandlung von Knochenbrüchen älterer Menschen

Warum ist die Behandlung von Knochenbrüchen älterer Menschen so anspruchsvoll und komplex?

  • Multimorbidität: bestehende Vorerkrankungen, chronische Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzschwäche, Luftnot
  • Medikamentöse Therapien
  • erhöhten Knochenbrüchigkeit
  • Anwendung schonender Operationsverfahren
  • längere Erholungszeit

Einerseits leiden alte Menschen häufiger an einer erhöhten Knochenbrüchigkeit, also einer Osteoporose. Dadurch erleiden sie viel leichter und häufiger Knochenbrüche als jüngere Patienten und haben mitunter andere Arten von Brüchen.

Ein Hüftbruch beispielsweise tritt bei jungen Patienten nur selten nach z.B. Autounfällen oder Stürzen aus mehreren Metern Höhe auf. Da die Knochen bei alten Patienten viel empfindlicher sind, tritt ein Hüftbruch bei ihnen allerdings bereits auf, wenn sie ungünstig auf die Seite fallen.

Durch die vermehrte Brüchigkeit werden bei alten Patienten je nach Ort der Verletzung ebenso andere Operationsverfahren als bei Jüngeren angewendet. Der Chirurg muss also wissen, welche Besonderheiten bei alten Patienten bestehen, um die Operation optimal zu planen. Die Chirurgen unserer Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie haben schon lange Erfahrung in der Versorgung von Brüchen von alten Menschen. Zudem besteht in unserem Hause eine Spezialisierung im Bereich der Implantation künstlicher Gelenke (Endoprothetik) mit einem zertifizierten EndoProthetikZentrum.

Weiterhin haben alte Patienten meistens sehr viele chronische Erkrankungen, die zusätzlich beachtet und therapiert werden müssen, wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Herzschwäche. Auch wirken Medikamente anders als bei Jüngeren und erfordern daher eine andere Dosierung. Dies gehört in das Fachgebiet der Ärzte für Altersmedizin und Geriater.
Da ein Knochenbruch und eine eventuell erforderliche Operation für den Organismus alter Menschen eine viel höhere Belastung darstellt als für jüngere Patienten und sich die oft bestehenden chronischen Erkrankungen hierunter akut verschlechtern können, müssen die Patienten durch Geriater mitbehandelt werden.

In der Abteilung für Alterstraumatologie des Herz-Jesu-Krankenhauses arbeiten Fachärzte für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Geriatrie Seite an Seite mit den Kollegen der Unfallchirurgie. Es erfolgen gemeinsame Visiten und ein engmaschiger fachlicher Austausch.

Häufig brauchen alte Menschen nach einem Knochenbruch länger, um wieder auf die Beine zu kommen, als junge Patienten. Die Sorge besteht oft, ob die Patienten nach ihrer Verletzung wieder so mobil werden, dass sie wieder nach Hause können in ihre Selbstständigkeit. Darum werden alle Patienten frühestmöglich nach der Operation bewegt und mobilisiert. Dies geschieht nach den Prinzipien der sonst für jüngere Patienten etablierten Frümobilisierungsstandards. Diese Prinzipien umfassen besondere Schritte vor, während und nach der Operation und beinhalten gewebeschonende Operationstechniken sowie sofort belastbare Implantate. Bei der Krankengymnastik wird immer darauf geachtet, wie ein Patient sich gerade fühlt, um ihn nicht zu überlasten oder zu wenig zu mobilisieren. Die Mobilisation erfolgt zum einen durch die Pflegekräfte der Stationen als auch durch die Physio- und Ergotherapeuten.

Behandlungsablauf nach Knochenbruch bei älteren Menschen

Was passiert, wenn ich mir als alter Mensch einen Knochen gebrochen habe und ins Krankenhaus muss?

Nachdem Sie in unserer Notaufnahme angekommen sind, werden Sie durch einen Chirurgen begrüßt und untersucht. Je nachdem, was passiert ist und wo die Schmerzen auftreten, werden Sie erstversorgt und es wird ein Röntgenbild über unsere Radiologie angefertigt.

Nach Sichtung der Röntgenbilder durch den Unfallchirurgen wird das weitere Vorgehen mit Ihnen besprochen und Sie werden auf unsere alterstraumatologsiche Station gebracht. Dort werden Sie anschließend von einem Altersmediziner (Geriater) untersucht. Dieser optimiert, falls notwendig, die Therapie ihrer chronischen Erkrankungen (Herzschwäche, Bluthochdruck etc.).

Falls Sie operiert werden müssen, wird ein Arzt der Anästhesie sie über die Narkose aufklären. Hier wird darauf geachtet, besonders schonende Narkoseverfahren anzuwenden, um Sie nicht unnötig zu belasten. Der Unfallchirurg wird ebenfalls nochmal zu Ihnen kommen und Sie über die geplante OP aufklären. Zu jedem Zeitpunkt können Sie Fragen stellen, bis Ihnen alles, was gemacht werden soll, klar und verständlich ist. Zu jedem Zeitpunkt können Sie als auch Ihre Angehörigen sich vertrauensvoll mit Ihren Anliegen an uns wenden.

Nach der Operation achten wir auf eine ausreichende Schmerzlinderung. Eine vorsichtige Mobilisation erfolgt bereits am OP-Tag. In den Tagen darauf werden Sie durch das Pflegepersonal und die Krankengymnasten weiter mobilisiert für eine schnelle Heilung und Genesung.

  • Oberarm- / Unterarmbruch, Handgelenksbruch
  • Beckenbrüche
  • Hüftgelenksnaher Oberschenkelbruch
  • Kniegelenknaher Oberschenkelbruch
  • Instabilität oder Knochenbruch bei Endoprothese und Implantaten
  • Weitere Knochenbrüche
  • Abgestimmte Narkoseverfahren auf Alter und Allgemeinzustand der Patienten
  • Ultraschalluntersuchungen von Bauch, Herz, Halsschlagadern und der tiefen Beinvenen
  • Vielfältige Ultraschalluntersuchungen der operierten Gelenke / Bereiche
  • Geriatrische Diagnostik der Hirnleistungsfähigkeit, Vergesslichkeit, Orientierung
  • Besondere Expertise in der Therapie und Sensibilität zur Vermeidung postoperativer Verwirrtheitszustände (Delir)
  • Laborkontrollen und internistische Abklärung auffälliger Blutwerte
  • Überprüfung und Optimierung der medikamentösen Therapie
    Umfassende Röntgendiagnostik
  • Spezialisierung im Bereich künstlicher Gelenke (Endoprothetik) der Schultern, der Hüft- und Kniegelenke
  • Einsatz modernster Implantate im Bereich des Bewegungsapparates
  • Frühmobilisierung nach Knochenbruch durch spezielle perioperative Abläufe und Standards

Zuständige Oberärzte Alterstraumatologie

Sandra Beardi

Oberärztin
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dirk Hoffmann

Oberarzt
Facharzt für Innere Medizin
Geriatrie

Kontakt Alterstraumatologie

Geriatrische Innere Medizin und Rheumatologie
Telefon: 0661 / 15-1102
Fax: 0661 / 15-1103
E-Mail: sekretariat.geriatrie@herz-jesu-krankenhaus.de

Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin
Telefon: 0661 / 15-2324
Fax: 0661 / 15-2322
E-Mail: sekretariat.unfallchirurgie@herz-jesu-krankenhaus.de

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Ärztliches Team

Chefarzt Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin:
Dr. med. Jörg Beardi
Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und spezielle Unfallchirurgie

Oberärztin:
Sandra Beardi
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

Chefarzt Geriatrische Innere Medizin und Rheumatologie:
Dr. med. Martin Klek
Facharzt für Innere Medizin / Rheumatologie
Geriatrie, physikalische Therapie

Oberarzt:
Dirk Hoffmann
Facharzt für Innere Medizin
Geriatrie