Stürze im Alter – Folgen und Therapiemöglichkeiten
Stürze im Alter sind häufig und ziehen oft erhebliche Konsequenzen nach sich, die die Selbstständigkeit empfindlich stören oder zerstören können. Häufig begünstigt Osteoporose eine Fraktur. Die Knochen verlieren an Stabilität und brechen leichter. Gleichzeitig leiden viele Betroffene an weiteren Erkrankungen, die die Behandlung komplexer machen.
Besonders oft treten Frakturen im hüftnahen Bereich auf, wie dem Oberschenkel oder Becken, aber auch Frakturen der Wirbelsäule oder des Oberarms. Solche Verletzungen können die Selbstständigkeit stark einschränken. Umso wichtiger ist eine Therapie, die nicht nur den eigentlichen Bruch versorgt, sondern vor allem eines im Blick hat: die schnelle Rückkehr in die alltäglichen Bewegungsabläufe.
Die Entscheidung zwischen einer konservativen oder operativen Behandlung ist dabei immer höchst individuell und abhängig vom Verletzungsbild. Stabile Brüche ohne Fehlstellung lassen sich häufig ohne Operation behandeln mit Ruhigstellung, gezielter Schmerztherapie und früher Physiotherapie.
Anders sieht es bei instabilen oder verschobenen Brüchen aus. Hier ist eine Operation oft der bessere Therapieweg. Moderne Verfahren ermöglichen eine gute Heilungschance, Regeneration und somit frühzeitige Rückkehr in die Belastung. Das hilft, Komplikationen wie Muskelabbau zu vermeiden. Die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung ist dabei ein spezielles Behandlungsverfahren im Krankenhaus, bei dem zusätzlich zu den wegen einer Akuterkrankung erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bereits frühzeitig intensive Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt werden. Ziel ist es, Mobilität und Lebensqualität so schnell wie möglich zurückzugeben. Die Förderung der Aktivität und der Selbstständigkeit eines jeden Menschen stehen im Vordergrund und sind für das weitere Leben des betroffenen älteren Menschen von großer Bedeutung. Denn auch im Alter gilt: Bewegung bedeutet Lebensqualität.
Im Arzt-Patientenseminar erläutert Sandra Beardi (Oberärztin der Alterstraumatologie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) die verschiedenen Sturzgeschehen als auch häufigsten Verletzungen bei Senioren oder älteren Menschen sowie deren interdisziplinäre Versorgung durch die Fachabteilungen der Orthopädie und Unfallchirurgie gemeinsam mit der Geriatrie des Krankenhauses im Alterstraumatologischen Zentrum (ATZ).
Dr. med. Steffen Schlee (Chefarzt der Geriatrischen Inneren Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) geht dabei auf die spezifischen (Vor-)Erkrankungen sowie komplexen Krankheitsbilder, die sog. „Multimorbidität“ ein, die eine individuell angepasste Behandlung notwendig macht. In der Alterstraumatologie arbeiten Unfallchirurgen, Geriater, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten sowie Logopäden, Psychologen, Sozialdienstmitarbeiter und Seelsorger gemeinsam daran, alten Menschen über die schwere Zeit nach einem Knochenbruch hinwegzuhelfen und ihnen die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen. Der Ansatzpunkt dabei ist, die Gründe für die Verletzungen ebenso zu erkennen und dort, wo diese auftreten, zu beseitigen mit dem Ziel, die Fraktur zu heilen wie auch die bisherige Selbstständigkeit wiederherzustellen.
Im Anschluss an die Veranstaltung stehen die Referenten gerne für Fragen und weiteren Austausch zur Verfügung.
Alle Interessierten sind herzlich zu der kostenlosen Veranstaltung eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Alterstraumatologische Frakturen & ihre Behandlung
Stürze im Alter – Folgen und Therapiemöglichkeiten
Arzt-Patienten-Seminar am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda
Mittwoch, 10.Juni 2026 um 17:00 Uhr
Referenten
- Sandra Beardi
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie / Oberärztin der Alterstraumatologie
Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda - Dr. med. Steffen Schlee
Chefarzt der Geriatrischen Inneren Medizin
Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda