Titelfoto: Die Hebammen-Absolventinnen des Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda: Emma, Jule, Helena und Paulina.
Ein besonderer Moment für die Gesundheitsversorgung in der Region: An der Hochschule Fulda haben 50 Studierende erfolgreich den Bachelorstudiengang Hebammenkunde abgeschlossen. Erstmals wurden dabei auch Absolventinnen des Außencampus Marburg verabschiedet – ein historischer Augenblick, der die Entwicklung der akademischen Hebammenausbildung in der Region eindrucksvoll unterstreicht.
Am Dienstagvormittag wurde die Halle 8 der Hochschule Fulda zum festlichen Ort eines bedeutenden Abschlusses: 50 Absolventinnen nahmen dort im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ihre Bachelorabschlüsse entgegen. Gemeinsam mit Studiendekanin Prof. Dr. Daniela Zahn, Lehrenden, Praxispartnern sowie Familien und Freundeskreisen wurde dieser Meilenstein gewürdigt – getragen von Stolz, Dankbarkeit und dem Blick in eine verantwortungsvolle berufliche Zukunft.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung hieß Studiengangsleiterin Ina Weisbecker die Gäste willkommen und machte deutlich, dass dieser Tag weit über einen formalen Abschluss hinausging. „Herzlich willkommen an alle Eltern, Geschwister, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde, die heute den Weg hierher gefunden haben“, sagte sie und bezog ausdrücklich auch die Praxisanleiterinnen und Kooperationskliniken ein, „die so vieles von dem ermöglicht haben, was wir hier heute feiern“. Besonders wandte sie sich an die Absolventinnen selbst: „Dieser Tag gehört Ihnen.“ In ihren Worten spiegelte sich der intensive Weg, den die Studierenden hinter sich gebracht hatten. Jahre voller Lernstoff, lange Schichten, frühe Morgenstunden und prägende Erfahrungen hätten sie begleitet. „Sie haben sich für einen Beruf entschieden, der Menschen in einem der bedeutsamsten Augenblicke ihres Lebens begleitet“, betonte Weisbecker und würdigte damit die besondere Verantwortung des Hebammenberufs.
Dass diese Abschlussfeier zugleich ein Novum darstellte, hob auch Prof. Clara Eidt hervor. Erstmals wurden Absolventinnen zweier Standorte gemeinsam verabschiedet: „Wir feiern heute die erste Abschlusszeremonie, bei der Absolventinnen von zwei Campusstandorten zusammenkommen.“ Mit dem Außencampus Marburg, der erst wenige Jahre zuvor aufgebaut worden war, hatte die Hochschule Fulda ihre Ausbildungsstruktur erweitert und damit neue Zugänge zum Studium geschaffen. In einer eindrucksvollen Ansprache nahm Eidt die Anwesenden mit auf eine gedankliche Reise durch die Studienjahre. Sie erinnerte an die ersten Tage im Studium, an pandemiebedingte Einschränkungen, an theoretische Grundlagen ebenso wie an praktische Erfahrungen im Kreißsaal. „Erinnerungen helfen uns nicht nur im Alltag – sie helfen uns auch zu verstehen, wer wir geworden sind und wohin wir gehen möchten“, sagte sie und machte deutlich, wie prägend diese Zeit für die persönliche und fachliche Entwicklung gewesen sei. Mit Blick auf die Absolventinnen fügte sie anerkennend hinzu: „Wir sind beeindruckt und stolz, dass jede Einzelne hier in den vergangenen Jahren gewachsen ist.“
Auch Prof. Johanna Neumeyer, die sich im Urlaub befindet und per Videobotschaft von Vietnams höchstem Berg meldete, fand ein anschauliches Bild für den zurückgelegten Weg. Sie verglich das Studium mit ihrer jüngst selbst zurückgelegten Bergwanderung: „Sie haben es geschafft – Sie sind oben auf dem Berg angekommen.“ Der Weg dorthin sei nicht immer leicht gewesen, vielmehr habe es „steile und herausfordernde Etappen“ gegeben. Umso wichtiger seien die Menschen gewesen, die diesen Weg begleitet hätten – Familie, Freundinnen, Kommilitoninnen und Praxisanleiterinnen. Am Ende jedoch überwog der Stolz auf das Erreichte: Die Absolventinnen könnten nun „die Aussicht genießen“ und mit Zuversicht auf ihre berufliche Zukunft blicken.
Die Hochschule Fulda, die bereits seit 2012 zu den Pionieren der akademischen Hebammenausbildung in Deutschland zählt, zeigte mit dieser Abschlussfeier einmal mehr, wie erfolgreich sich ihr Konzept etabliert hat. Lange bevor die Akademisierung des Berufs durch das Hebammenreformgesetz verpflichtend wurde, hatte die Hochschule den Studiengang als Modell entwickelt und kontinuierlich ausgebaut. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Erfolgs ist das breite Netzwerk aus Kooperationskliniken in der Region, in denen die Studierenden ihre praktischen Erfahrungen sammeln konnten. Diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis wurde auch in den Reden gewürdigt. Weisbecker hob hervor, wie entscheidend das Engagement der Praxisanleiterinnen gewesen sei: Sie hätten „ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Zeit gegeben“ und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass aus Studierenden kompetente Hebammen geworden seien. Ebenso galt der Dank den Familien und Freundeskreisen, die die Absolventinnen durch herausfordernde Phasen begleitet hatten. Am Ende der Feier stand nicht nur die Übergabe der Abschlüsse, sondern auch das Bewusstsein, dass mit diesem Tag ein neuer Abschnitt begann. 50 qualifizierte Hebammen verließen die Hochschule – bereit, Frauen und Familien in sensiblen Lebensmomenten zu begleiten. Oder, wie Ina Weisbecker es zusammenfasste: „Heute dürfen Sie stolz sein – auf das, was Sie geleistet haben, und auf das, was vor Ihnen liegt.“
Den vollständigen Beitrag unter Osthessen Zeitung: https://www.osthessen-zeitung.de/einzelansicht/news/2026/april/stolz-und-perspektive-hebammen-examensfeier-an-der-hochschule.html
Redaktion: Janosch Hensel
Titelfoto: Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda
(Stand: 01.04.2026)